Start in die Heizsaison: Heizkörper entlüften, Thermostate verstehen, richtig lüften

Heizkörper mit Entlüftungsschlüssel am Ventil und Tuch darunter

Die ersten kühlen Nächte sind da, und in vielen Haushalten wird die Heizung zum ersten Mal seit dem Frühjahr wieder aufgedreht. Genau jetzt lohnt sich ein kurzer Check. Denn wer die Heizsaison mit gluckernden Heizkörpern, falsch eingestellten Thermostaten und dauerhaft gekippten Fenstern beginnt, bezahlt dafür den ganzen Winter. Die gute Nachricht: Die meisten Handgriffe sind in einer Stunde erledigt und kosten nichts.

Heizkörper entlüften

Wenn ein Heizkörper oben kalt bleibt und unten warm wird oder wenn es darin gluckert, sammelt sich Luft im System. Diese Luft verdrängt das warme Wasser, der Heizkörper gibt weniger Wärme ab, und die Heizung muss länger laufen, um den Raum auf Temperatur zu bringen.

Zum Entlüften brauchen Sie einen Entlüftungsschlüssel aus dem Baumarkt, ein Tuch und ein kleines Gefäß. So gehen Sie vor:

  • Heizung aufdrehen, bis die Heizkörper warm sind, dann das Thermostatventil am betreffenden Heizkörper ganz öffnen.
  • Umwälzpumpe beziehungsweise Heizung für eine Weile ausschalten, damit sich die Luft oben im Heizkörper sammelt.
  • Tuch unter das Entlüftungsventil halten und das Ventil mit dem Schlüssel langsam öffnen. Es zischt, solange Luft entweicht.
  • Sobald Wasser ohne Luftblasen austritt, das Ventil wieder schließen.
  • Nach dem Entlüften aller Heizkörper den Anlagendruck am Manometer der Heizung prüfen und bei Bedarf Wasser nachfüllen.

In Mietwohnungen ist das Nachfüllen meist Sache der Hausverwaltung oder des Hausmeisters. Das Entlüften der eigenen Heizkörper dürfen Mieter in der Regel selbst übernehmen. Wenn Heizkörper in einem Mehrfamilienhaus immer wieder ungleichmäßig warm werden, ist das ein Hinweis darauf, dass ein hydraulischer Abgleich fehlt. Dabei stellt ein Fachbetrieb die Wassermengen so ein, dass jeder Heizkörper genau die Wärme bekommt, die er braucht.

Was die Zahlen am Thermostat bedeuten

Ein weit verbreiteter Irrtum: Wer das Thermostat auf 5 dreht, bekommt einen Raum schneller warm. Das stimmt nicht. Die Zahlen stehen nicht für Heizleistung, sondern für eine Zieltemperatur. Das Ventil öffnet so lange, bis diese Temperatur erreicht ist, und schließt dann. Auf Stufe 5 heizt der Raum also genauso schnell auf, hört aber erst bei deutlich höherer Temperatur wieder auf.

Bei vielen Modellen entspricht Stufe 3 etwa 20 Grad, jede Stufe darüber oder darunter verändert die Temperatur um einige Grad. Das Schneeflockensymbol steht für Frostschutz. Für Wohnräume sind rund 20 Grad angenehm, in der Küche und im Schlafzimmer darf es kühler sein. Jedes Grad weniger senkt den Verbrauch spürbar.

Richtig lüften

Frische Luft ist auch im Winter wichtig, denn Kochen, Duschen und Atmen bringen Feuchtigkeit in die Räume. Wer diese Feuchtigkeit nicht abführt, riskiert Schimmel. Dauerhaft gekippte Fenster sind dafür aber die schlechteste Lösung. Sie tauschen wenig Luft aus, kühlen dafür die Wände rund um das Fenster aus und lassen die Heizung gegen das offene Fenster anarbeiten.

Besser ist Stoßlüften: mehrmals am Tag die Fenster für einige Minuten weit öffnen, am besten gegenüberliegende Fenster gleichzeitig. Die Thermostate drehen Sie in dieser Zeit herunter. Danach wird die frische, trockenere Luft schnell wieder warm.

Kleine Maßnahmen mit Wirkung

Heizkörper sollten frei stehen. Lange Vorhänge, ein Sofa direkt davor oder Verkleidungen halten die Wärme zurück. Nachts helfen geschlossene Rollläden und Vorhänge, weil sie die Wärmeabgabe über die Fenster verringern. Zugluft an Fenstern und Türen lässt sich mit Dichtungsbändern aus dem Baumarkt beheben.

Wer eine Photovoltaikanlage besitzt, sieht in dieser Jahreszeit ohnehin, wie der Ertrag zurückgeht. Umso wichtiger ist es, die Wärme im Haus zu halten, statt sie ungenutzt entweichen zu lassen. Der Heizungs-Check im Herbst ist dafür der einfachste Anfang.

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